Grundlagen des betrieblichen Notfall- und Trauma-Managements

Psychosoziale Notfallversorgung Betroffener, in den ersten Stunden, Tagen und Wochen nach einem traumatischen Erlebnis, dient der Stabilisierung und Orientierung von Betroffenen um wieder handlungs,- und entscheidungsfähig zu werden.

Frühe Hilfe soll die schwerwiegenden Folgen akuter Schock- und Belastungsrektionen wie z.B. lange Ausfallzeiten, lange Behandlungszeiten oder Suchtgefährdung mindern. Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen sollten sensibilisiert werden nach traumatischen Erlebnissen Betroffenen die notwendige Unterstützung anbieten zu können.

Betriebliches Notfall- und Trauma-Management (BNTM) ist ein Instrument lebensphasenorientierter Personalarbeit, eines mitarbeiterfokussierten Gesundheitsmanagements und Aufgabe eines vorausschauenden Sicherheitsbeauftragten. BNTM versteht sich als sinnvolle dritte Säule des betrieblichen Notfall-, Gesundheits- und Eingliederungsmanagements.

Vorrangig steht die wertschätzende Kommunikation in existenziellen Krisen von Mitarbeitern im Fokus. Parallel gilt es, die Folgen und Kosten von Krisen auf die Produktion, auf den Krankenstand und das Arbeitsumfeld zu reduzieren.

Wer mit wachen Augen und Ohren durch die Arbeitswelt geht kennt als Führungskraft Situationen wie z.B.

  • die zum Tode führende Krankheit eines Mitarbeiters;
  • der Unfalltod einer sympathischen Kollegin;
  • die Trauer eines Mitarbeiters über den Tod eines Elternteils;
  • Mobbing;
  • die über den Kindstod trauernde Mitarbeiterin;
  • der Suizid eines Mitarbeiters oder ein Suizid im familiären Umfeld des Mitarbeiters;
  • oder der trauernde Mitarbeiter, dessen Frau eine Fehlgeburt hatte.

Wirklich betroffen sind Unternehmer und Führungskräfte erst, wenn sie selber mit schweren Unfällen, traumatischen Ereignissen, Krankheit, Tod und Trauer im Unternehmen konfrontiert werden. Von einer Sekunde auf die andere ist nichts mehr so wie es vorher einmal war.

Selbst wenn die Regeln in der Arbeitswelt auf Leistung und Produktivität ausgerichtet sind, verändern sich in diesen Situationen Strukturen, Abläufe und Befindlichkeiten. Jede der vorgenannten Situationen kann unweigerlich Auswirkungen auf den Arbeitsplatz, auf die Arbeitsfähigkeit sowie auf die interne wie externe Kommunikation haben. Unternehmer, Personaler, Betriebsräte, BGM-Verantwortliche und Sicherheitsbeauftragte sind schon aus Gründen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gefordert Lösungen für den Fall der Fälle vorzusorgen.

Als Vorreiter auf dem Gebiet des BNTM bieten wir Unternehmen praxiserprobte 360° Lösungen an, um im Notfall professionell, sicher und wertschätzend nach innen und außen kommunizieren und agieren zu können.

Ziel des BNTM ist es, in diesen Situationen Sicherheit, Verbundenheit, Stressreduktion, Selbst- und kollektive Wirksamkeit sowie positive Zukunftsorientierung zu geben. Davon profitieren Unternehmen wie Mitarbeiter gleichzeitig.

Verständnis des betrieblichen Notfall- und Trauermanagements

Es gilt, Mitarbeiter in existenziellen Krisen, nach Unfällen, schwerer Krankheit und Trauerfällen menschlich kompetent und empathisch zu begleiten. In diesen Situationen zeigt sich, wie es um die wertschätzende Kommunikation und die Unternehmenskultur wirklich beschaffen ist.

Neben einem auf allen Ebenen begleitenden BGM und BEM, sieht sich BNTM als dritte Säule einer lebensphasenorientierten Personalarbeit, einer engagierten Mitarbeitervertretung und einer vorausschauenden Sicherheitsabteilung.

BNTM ist Ausdruck von Wertschätzung, dient der Verringerung von Unfallrisiken, der Minderung der Krankheitstage, einer schnellen Wiedereingliederung, der Sicherung der Produktion und der Reduzierung der Fluktuation.

Funktionsweise des betrieblichen Notfall- und Trauma-Managements

Bei einem funktionierende BNTM weiß jede Abteilung und/oder Fachkraft was im Fall der Fälle zu tun ist. Alle Spezialisten sind aufeinander abgestimmt und somit kann schnellstes Handeln gewährleistet werden, um je nach Schwere des Schadensereignisses Schaden von Menschen, Maschinen und Unternehmen so gut wie möglich fernzuhalten oder deren Auswirkungen reduzieren.

Schwere Schadensereignisse lösen in vielen Unternehmen zusätzlich interne und externe Kommunikationsprobleme aus und verstärken die oft schon extrem angespannte Situation massiv. Nur wer auch in der Krisenkommunikation bestens vorbereitet ist, kann als Unternehmer Falschmeldungen, Spekulationen, Halbwahrheiten und Gerüchte verhindern, und somit Schaden von Betroffenen und Unternehmen fernhalten.

Wichtigkeit des betrieblichen Notfall- und Trauermanagements

Im Fall der Fälle ist eine sofortige Unterstützung durch externe Krisenhelfer sinnvoll. Diese Spezialisten sind emotional unabhängig, geschult, die Betroffenen ruhig und strukturiert zu unterstützen und die Situation zu entschleunigen. Alle Maßnahmen dienen im Sinne der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers dem Gesundheitsschutz, um einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und negativen Auswirkungen auf den Arbeitsalltag vorzubeugen.

Um der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gerecht zu werden, empfiehlt es sich, vorausschauend das betriebliche Notfallmanagement um den Baustein betriebliches Trauermanagement zu ergänzen.

Perfekt wäre es, wenn das betriebliche Trauma-Management präventiv aufgebaut wird, um im Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Spätestens bei existenziellen Krisen von Mitarbeitern wird der Sinn eines betrieblichen Trauma-Management sichtbar.

Existenzielle Krisen können unterschiedlichen Ursprungs sein, z.B.:

  • der Todesfall in der Familie
  • die tödlich verlaufende Krankheit
  • der Arbeitsunfall mit Todesfolge
  • der tödliche Autounfall
  • eine Fehlgeburt
  • der Kindstod
  • ein Suizid in der Familie oder am Arbeitsplatz
  • eine Straftat mit Todesfolge oder Behinderung
  • Mobbing
  • Finanzielle Probleme
  • Scheidung
  • u.v.m.

In den meisten Fällen kommt es in diesen Situationen zu spürbaren Veränderungen im beruflichen wie familiären Umfeld. Im Unternehmen wird es sichtbar z.B. durch gereiztes Arbeitsklima, verringerte Belastungsgrenzen oder lange Krankenstände. Alles negative Einflussfaktoren die den Arbeitsprozess schwächen.

Unternehmersicht und Konsequenzen

In Folge von außergewöhnlich belastenden Ereignissen wie z.B. einem Todesfall kommt es immer wieder zur Häufung von Unfällen, einem Anstieg von Krankmeldungen und einer Zunahme von Konflikten.

Alle Parameter sind Reaktionen und Ausdruck eines nicht betreuten außergewöhnlich belastenden Ereignis, was unweigerlich Konsequenzen für das Unternehmen und die Mitarbeiter hat.

  • Fällt ein Mitarbeiter auf Grund eines außergewöhnlichen belastenden Ereignisses für längere Zeit aus, haben Arbeitgeber mit Umsatzeinbußen zu rechnen.
  • Studien der DAK gehen von Umsatzeinbußen allein bei „psychischen Störungen“ von 13 -15 Milliarden Euro aus.
  • Das Mittelstandsbarometer von Ernst & Young beziffert die Höhe der Umsatzeinbußen durch Arbeitsausfälle in Deutschland auf 30 Milliarden Euro.
  • Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) schätzt den Verlust an Bruttowertschöpfung durch Arbeitsausfälle in Deutschland jährlich auf 75 Milliarden Euro.
  • Kündigt ein Mitarbeiter, sprechen Personaler heute von mindestens 25.000 € Kosten für die Neueinstellung. Kündigt eine Führungskraft, können sich die Kosten für eine Neueinstellung bis zum 1,5-fachen des Jahresgehalts erhöhen.

Nicht eingerechnet sind die Imageverluste, die sich über Jahre, wenn nicht sogar über Jahrzehnte halten. Als negative Beispiele gelten z.B. die vielen Suizide zweier französischer Unternehmen.

Welche problematischen Folgen können im Trauerfall auftreten?

Wenn existenzielle Krisen von Mitarbeitern ignoriert werden, kann das Kosten verursachen durch

  • Störungen im Produktionsablauf
  • Zunahme von Konflikten
  • Verringerung der Produktivität aller beteiligten Mitarbeiter
  • Verschlechterung des Betriebsklimas
  • Häufung von Fehlern und Qualitätsmängel
  • Einstellung zusätzlicher Aushilfskräfte
  • Versetzungen
  • Kündigungen und Verlust von qualifizierten Mitarbeitern
  • Kosten durch Neueinstellungen und Einarbeitungen
  • Imageschäden intern wie extern

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