Grundlagen des betrieblichen Notfall- und Trauermanagements

Betriebliches Notfall- und Trauermanagement (BNTM) ist ein Instrument lebensphasenorientierter Personalarbeit, eines mitarbeiterfokussierten Gesundheitsmanagements und Aufgabe eines vorausschauenden Sicherheitsbeauftragten. BNTM versteht sich als sinnvolle dritte Säule des betrieblichen Notfall-, Gesundheits- und Eingliederungsmanagements.

Vorrangig steht die wertschätzende Kommunikation in existenziellen Krisen von Mitarbeitern im Fokus. Parallel gilt es, die Folgen und Kosten von Krisen auf die Produktion, auf den Krankenstand und das Arbeitsumfeld zu reduzieren.

Wer mit wachen Augen und Ohren durch die Arbeitswelt geht kennt Situationen wie

  • die zum Tode führende Krankheit eines Mitarbeiters;
  • der Unfalltod einer sympathischen Kollegin;
  • die Trauer eines Mitarbeiters über den Tod eines Elternteils;
  • die über den Kindstod trauernde Mitarbeiterin;
  • der Suizid eines Mitarbeiters oder ein Suizid im familiären Umfeld des Mitarbeiters;
  • der trauernde Mitarbeiter, dessen Frau eine Fehlgeburt hatte.

Wirklich betroffen sind Unternehmer und Führungskräfte erst, wenn sie selber mit Krankheit, Tod und Trauer im Mitarbeiterstamm konfrontiert werden.

Wie schnell diese Situationen eintreten können, sehen wir nicht nur am 24. März 2015 (Flugzeugabsturz der GermanWings-Maschine). Von einer Sekunde auf die andere ist nichts mehr so wie es vorher einmal war. Selbst wenn die Regeln in der Arbeitswelt auf Leistung und Produktivität ausgerichtet sind, verändern sich in diesen Situationen Strukturen, Abläufe und Befindlichkeiten. Jede der genannten Situationen hat unweigerlich Auswirkungen auf den Arbeitsplatz und auf die interne wie externe Kommunikation. Unternehmer, Personaler, Betriebsräte und Sicherheitbeauftragte wissen sehr gut, was gemeint ist.

Als Vorreiter auf dem Gebiet des BNTM  bieten wir Unternehmen praxiserprobte 360° Lösungen an, um in existenziellen Krisen von Mitarbeitern professionell, sicher und wertschätzend kommunizieren und agieren zu können.

Ziel des BNTM ist es, in diesen Situationen Sicherheit, Verbundenheit, Stressreduktion, Selbst- und kollektive Wirksamkeit sowie positive Zukunftsorientierung zu geben. Davon profitieren Unternehmen wie Mitarbeiter gleichzeitig.

Verständnis des betrieblichen Notfall- und Trauermanagements

Es gilt, Mitarbeiter in existenziellen Krisen, schwerer Krankheit und Trauerfällen menschlich kompetent und empathisch zu begleiten. In diesen Situationen zeigt sich, wie es um die wertschätzende Kommunikation und die Unternehmenskultur wirklich beschaffen ist.

Neben einem auf allen Ebenen begleitenden BGM und BEM, sieht sich BNTM als dritte Säule einer lebensphasenorientierter Personalarbeit, einer engagierten Mitarbeitervertretung und einer vorausschauenden Sicherheitsabteilung.

BNTM ist Ausdruck von Wertschätzung, dient der Verringerung von Unfallrisiken, der Minderung der Krankheitstage, einer schnellen Wiedereingliederung, der Sicherung der Produktion und der Reduzierung der Fluktuation.

Funktionsweise des betrieblichen Notfall- und Trauermanagements

Ob eine schwere Krankheit, ein Unfall oder der Tod eines Mitarbeiters; alle Situationen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe. Inwieweit z.B. die Produktion lahmgelegt wird, hängt von der Schwere des Schadensereignisses ab.

Schwere Schadensereignisse lösen in vielen Unternehmen zusätzlich interne und externe Kommunikationsprobleme aus und verstärken die oft schon extrem angespannte Situation massiv. Nur wer bestens vorbereitet ist, kann als Unternehmer Falschmeldungen, Spekulationen, Halbwahrheiten und Gerüchte verhindern.

Wichtigkeit des betrieblichen Notfall- und Trauermanagements

Im Fall der Fälle ist eine sofortige Unterstützung durch externe Krisenhelfer sinnvoll. Diese Spezialisten sind emotional unabhängig, geschult, die Betroffenen ruhig und strukturiert zu unterstützen und die Situation zu entschleunigen. Alle Maßnahmen dienen im Sinne der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers dem Gesundheitsschutz, um einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und negativen Auswirkungen auf den Arbeitsalltag vorzubeugen.

Um der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gerecht zu werden, empfiehlt es sich, vorausschauend das betriebliche Notfallmanagement um den Baustein betriebliches Trauermanagement zu ergänzen.

Perfekt wäre es, wenn das betriebliche Trauermanagement präventiv aufgebaut wird, um im Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Spätestens bei existenziellen Krisen von Mitarbeitern wird der Sinn eines betrieblichen Trauermanagement sichtbar.

Existenzielle Krisen können unterschiedlichen Ursprungs sein, z.B.:

  • der Todesfall in der Familie
  • die tödlich verlaufende Krankheit
  • der Arbeitsunfall mit Todesfolge
  • der tödliche Autounfall
  • eine Fehlgeburt
  • der Kindstod
  • ein Suizid in der Familie oder am Arbeitsplatz
  • eine Straftat mit Todesfolge oder Behinderung
  • Mobbing
  • Finanzielle Probleme
  • Scheidung
  • u.v.m.

In den meisten Fällen kommt es in diesen Situationen zu spürbaren Veränderungen im beruflichen wie familiären Umfeld. Im Unternehmen wird es sichtbar z.B. durch gereiztes Arbeitsklima, verringerte Belastungsgrenzen oder lange Krankenstände. Alles negative Einflussfaktoren die den Arbeitsprozess schwächen.

Unternehmersicht und Konsequenzen

In Folge von Todesfällen kommt es immer wieder zur Häufung von Unfällen, einem Anstieg von Krankmeldungen, einer Zunahme von Konflikten und verminderter Konzentrationsfähigkeit.

Alle Parameter sind Reaktionen und Ausdruck von nicht betreuter Trauer, was unweigerlich Konsequenzen für das Unternehmen und die Mitarbeiter hat.

  • Fällt ein Mitarbeiter auf Grund der Trauer gesundheitlich (z.B. durch Depression) für längere Zeit aus, haben beide Seiten mit Umsatzeinbußen zu rechnen.
  • Studien der DAK gehen von Umsatzeinbußen allein bei „psychischen Störungen“ von 13 -15 Milliarden Euro aus.
  • Das Mittelstandsbarometer von Ernst & Young beziffert die Höhe der Umsatzeinbußen durch Arbeitsausfälle in Deutschland auf 30 Milliarden Euro.
  • Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt den Verlust an Bruttowertschöpfung durch Arbeitsausfälle in Deutschland jährlich auf 75 Milliarden Euro.
  • Kündigt ein Mitarbeiter, sprechen Personaler heute von mindestens 25.000 € Kosten für die Neueinstellung. Ist der Führungskräftebereich betroffen, gehen die Kosten für eine Neueinstellung schnell in Höhen des 1,5-fachen des Jahresgehalts.

Nicht eingerechnet sind die Imageverluste, die sich über Jahre, wenn nicht sogar über Jahrzehnte halten. Als negative Beispiel gelten die vielen Suizide bei France Telecom und Renault in Frankreich.

Welche problematischen Folgen können im Trauerfall auftreten?

Wenn existenzielle Krisen von Mitarbeitern ignoriert werden, kann das Kosten verursachen durch

  • Störungen im Produktionsablauf
  • Zunahme von Konflikten
  • Verringerung der Produktivität aller beteiligten Mitarbeiter
  • Verschlechterung des Betriebsklimas
  • Häufung von Fehlern und Qualitätsmängel
  • Einstellung zusätzlicher Aushilfskräfte
  • Versetzungen
  • Kündigungen und Verlust von qualifizierten Mitarbeitern
  • Kosten durch Neueinstellungen und Einarbeitungen
  • Imageschäden intern wie extern